
Mehr als 1.000 Leser haben abgestimmt: Frankfurt landet bei der Frage nach der höchsten Lebensqualität im Rhein-Main-Gebiet auf Platz eins. Doch Mainz und Wiesbaden sind der Mainmetropole dicht auf den Fersen.
Wo lebt es sich im Rhein-Main-Gebiet am besten? Diese Frage haben wir im aktuellen RM Barometer gestellt. Insgesamt 1.087 Leserinnen und Leser des Rhein-Main Kurier haben zwischen dem 10. und 16. August 2026 an unserer Online-Umfrage teilgenommen.
Das Ergebnis: Frankfurt am Main liegt vorne – allerdings deutlich weniger klar, als man angesichts der Größe und Bedeutung der Mainmetropole vielleicht erwarten könnte.
214 Teilnehmer und damit 19,7 Prozent entschieden sich für Frankfurt. Auf dem zweiten Platz folgt Mainz mit 15,7 Prozent beziehungsweise 171 Stimmen. Wiesbaden landet mit 14,4 Prozent und 156 Stimmen auf Rang drei.
Damit liegen zwischen Platz eins und Platz drei gerade einmal 5,3 Prozentpunkte.
Darmstadt folgt auf Platz vier
Auch Darmstadt kann sich im Vergleich der Städte behaupten. 12,1 Prozent der Teilnehmer sehen dort die höchste Lebensqualität in der Region. Damit kommt die Wissenschaftsstadt auf 132 Stimmen.
Dahinter folgen Bad Homburg vor der Höhe mit 8,8 Prozent, Aschaffenburg mit 7,5 Prozent und Hanau mit 6,5 Prozent.
Hofheim am Taunus erreicht 5,3 Prozent, Rüsselsheim am Main 4,2 Prozent und Offenbach am Main 3,0 Prozent. Für andere Städte und Gemeinden der Region entschieden sich zusammen 2,8 Prozent der Teilnehmer.
Das Ergebnis zeigt damit vor allem eines: Einen unangefochtenen Favoriten gibt es im Rhein-Main-Gebiet nicht. Nicht einmal jeder fünfte Teilnehmer entschied sich für den Gesamtsieger Frankfurt.
Frankfurt punktet besonders bei Jüngeren
Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Blick auf das Alter der Teilnehmer.
Unter den Befragten unter 30 Jahren liegt Frankfurt mit 27 Prozent klar an der Spitze. Besonders häufig werden in dieser Gruppe das Freizeitangebot, die Gastronomie und die guten Verkehrsverbindungen als Pluspunkte genannt.
Eine Leserstimme bringt es so auf den Punkt:
„Frankfurt bietet einfach die größte Auswahl – kulturell, gastronomisch und beruflich. Dafür muss man allerdings mit hohen Mieten leben.“
Bei den 30- bis 49-Jährigen fällt das Bild bereits ausgeglichener aus. Frankfurt, Mainz und Darmstadt liegen hier enger beieinander.
Bei den Teilnehmern über 50 Jahren verschieben sich die Präferenzen nochmals: Wiesbaden und Bad Homburg schneiden in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich gut ab.
Das deutet darauf hin, dass die Vorstellung von hoher Lebensqualität stark davon abhängt, was die Menschen von ihrem Wohnort erwarten.
Urbanes Leben oder Ruhe und Grün?
Teilnehmer aus größeren Städten nennen besonders häufig Kultur, Einkaufsmöglichkeiten und einen guten öffentlichen Nahverkehr als wichtige Faktoren.
Im Umland sieht das teilweise anders aus. Dort spielen Ruhe, Grünflächen, Sicherheit und kurze Wege eine größere Rolle.
Genau davon profitieren kleinere Städte wie Bad Homburg. Eine Teilnehmerin beziehungsweise ein Teilnehmer schreibt:
„In Bad Homburg hat man viel Ruhe und Natur und ist trotzdem schnell in Frankfurt.“
Auch Wiesbaden wird vor allem für sein Stadtbild und seine Wohnqualität gelobt:
„Wiesbaden ist grün, elegant und hat viele schöne Wohnviertel. Wenn der Verkehr besser wäre, wäre die Stadt für mich eindeutig auf Platz eins.“
Zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern zeigen sich bei der Bewertung dagegen nur geringe Unterschiede.
Mainz überzeugt mit seiner Größe
Mainz erreicht im Gesamtergebnis Platz zwei und liegt nur vier Prozentpunkte hinter Frankfurt.
Dabei scheint gerade die Mischung aus Großstadtangebot und vergleichsweise überschaubarer Größe bei vielen Teilnehmern gut anzukommen.
Ein Leser beschreibt den Reiz der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt so:
„Mainz hat für mich genau die richtige Größe. Man bekommt viel geboten, ohne dass sich die Stadt zu groß oder unpersönlich anfühlt.“
Besonders deutlich wird die Verbundenheit mit Mainz bei Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz. Dort entfallen 34 Prozent der Stimmen auf die Landeshauptstadt.
Ein ähnlicher Effekt zeigt sich allerdings auch in anderen Teilen der Region.
Die eigene Stadt liegt häufig vorne
Unter Teilnehmern aus Frankfurt erzielt Frankfurt mit 38 Prozent einen deutlich höheren Wert als im Gesamtergebnis.
Im Raum Wiesbaden liegt die hessische Landeshauptstadt mit 31 Prozent vorne. Im südlichen Rhein-Main-Gebiet erreicht Darmstadt 27 Prozent und schneidet damit ebenfalls deutlich stärker ab als in der Gesamtwertung.
Bad Homburg erzielt insbesondere bei Teilnehmern aus dem Hochtaunuskreis überdurchschnittlich hohe Werte.
Die Ergebnisse zeigen damit auch: Der eigene Wohnort beziehungsweise das direkte Umfeld prägt offenbar stark, welche Stadt als besonders lebenswert wahrgenommen wird.
Darmstadt punktet mit Wissenschaft und Grün
Mit 12,1 Prozent erreicht Darmstadt den vierten Platz und bleibt damit in Schlagdistanz zu Wiesbaden und Mainz.
Positiv hervorgehoben wird vor allem die Verbindung aus Wissenschaftsstandort, vergleichsweise junger Bevölkerung und Grünflächen.
Ein Teilnehmer schreibt:
„Darmstadt verbindet eine junge, wissenschaftlich geprägte Atmosphäre mit vielen Grünflächen und einer guten Lage in der Region.“
Gerade bei den 30- bis 49-Jährigen kann Darmstadt mit dieser Mischung punkten.
Was macht eine Stadt lebenswert?
Das aktuelle RM Barometer zeigt, wie unterschiedlich Lebensqualität bewertet wird.
Für die einen bedeutet sie ein möglichst großes Kultur- und Freizeitangebot, viele Restaurants, gute Karrieremöglichkeiten und schnelle Verkehrsverbindungen. Für andere stehen ein ruhiges Wohnumfeld, Natur, Sicherheit und kurze Wege im Mittelpunkt.
Frankfurt profitiert vor allem von seinem urbanen Angebot. Mainz und Wiesbaden überzeugen viele Teilnehmer mit einer überschaubareren Stadtgröße und ihrem Wohnumfeld. Darmstadt punktet als Wissenschafts- und Technologiestandort, kleinere Städte wie Bad Homburg wiederum mit ihrer Nähe zur Natur.
Deshalb ist vielleicht gerade der relativ knappe Ausgang das interessanteste Ergebnis dieser Umfrage: Die eine Stadt mit der mit Abstand höchsten Lebensqualität gibt es aus Sicht unserer Teilnehmer nicht.
Frankfurt gewinnt das RM Barometer – doch die Konkurrenz ist näher dran, als der erste Platz vermuten lässt.
Das Ergebnis im Überblick
- Frankfurt am Main: 19,7 % – 214 Stimmen
- Mainz: 15,7 % – 171 Stimmen
- Wiesbaden: 14,4 % – 156 Stimmen
- Darmstadt: 12,1 % – 132 Stimmen
- Bad Homburg vor der Höhe: 8,8 % – 96 Stimmen
- Aschaffenburg: 7,5 % – 82 Stimmen
- Hanau: 6,5 % – 71 Stimmen
- Hofheim am Taunus: 5,3 % – 58 Stimmen
- Rüsselsheim am Main: 4,2 % – 46 Stimmen
- Offenbach am Main: 3,0 % – 33 Stimmen
- Sonstige Städte und Gemeinden: 2,8 % – 28 Stimmen
So wurde abgestimmt
Das RM Barometer wurde vom 10. bis 16. August 2026 als offene Online-Umfrage unter Leserinnen und Lesern des Rhein-Main Kurier durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.087 Personen teil.
Die Teilnahme war freiwillig und offen. Die Ergebnisse spiegeln daher die Einschätzungen der Teilnehmer wider und sind nicht repräsentativ für die Bevölkerung des Rhein-Main-Gebiets.

