Hanau erklärt Grab von Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte

Hanau erklärt Grab von Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte
Hanau erklärt Grab von Gertrud Rosemann zur Ehrengrabstätte | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat die Grabstätte von Gertrud Rosemann auf dem Hauptfriedhof gemäß der Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern in den Rang einer Ehrengrabstätte erhoben. Die Kommune übernimmt damit die Pflege und Unterhaltung der Ruhestätte der 2023 verstorbenen Gründerin des Hessischen Puppenmuseums.

Städtische Gründe für die Auszeichnung

Oberbürgermeister Claus Kaminsky begründete die Entscheidung mit Rosemanns prägender Rolle für das kulturelle Leben in Hanau. Er verwies darauf, dass sie die Stadt langfristig als Ort kultureller Bildung, bürgerschaftlichen Engagements und internationaler Verständigung geprägt habe. Stadträtin Isabelle Hemsley betonte, die Ausweisung des Ehrengrabes solle das Andenken an Rosemann bewahren und ihr Wirken würdigen.

Lebensweg und Museum

Gertrud Rosemann wurde am 30. Oktober 1922 in Kettwig geboren und wuchs in Wuppertal auf. Nach dem Abitur studierte sie in Koblenz und trat 1943 nach dem Staatsexamen in den Schuldienst ein. Während des Kriegs geriet sie 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte nach ihrer Entlassung 1948 nach Deutschland zurück. Ab 1949 arbeitete sie wieder als Lehrerin, zuletzt bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1985 in Frankfurt am Main.

1983 gründete Rosemann das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der historischen Kuranlagen Wilhelmsbad. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Haus zu einem etablierten Ort kultureller Bildung und bürgerschaftlichen Engagements. 1997 übergab sie die Museumsleitung an einen Nachfolger. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nach Angaben des Museums rund 66 700 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Einrichtung geleistet und zahlreiche Ausstellungspublikationen verfasst.

Internationale Verbindungen und Auszeichnungen

Das Hessische Puppenmuseum war Ausgangspunkt für internationale Kontakte, insbesondere mit der japanischen Stadt Tottori. 1989 führte eine Ausstellung zur Zusammenarbeit mit japanischen Partnern und trug 1995 zur Eröffnung des Spielzeugmuseums Warabe kan in Tottori bei. Die Verbindung der beiden Museen mündete 2001 in eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Tottori.

Für ihr Engagement erhielt Rosemann zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen der Kulturpreis des Main Kinzig Kreises, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Goldene Ehrenplakette der Stadt Hanau, ein Freundschaftspreis für die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan der Robert Bosch Stiftung sowie der japanische Kaiserorden. Die Stadt Tottori verlieh ihr eine außerordentliche Ehrenbürgerurkunde. Gertrud Rosemann starb am 6. Februar 2023 im Alter von 100 Jahren.

Quelle anzeigen

redaktion
Redaktion Rhein Main Kurier 125 Artikel
Unabhängiger Journalismus aus dem Rhein-Main Gebiet