Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und zielt auf stadtweite Klimaneutralität bis 2045

Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und zielt auf stadtweite Klimaneutralität bis 2045
Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und zielt auf stadtweite Klimaneutralität bis 2045 | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat ein fortgeschriebenes integriertes Klimaschutzkonzept beschlossen, das die Weichen für eine treibhausgasneutrale Entwicklung der gesamten Stadt bis 2045 stellen soll. Das Konzept erweitert ein bisheriges Ziel, das die städtische Verwaltung und Betriebe bis 2040 klimaneutral stellen wollte, auf die gesamte Stadt und basiert auf aktualisierten Daten sowie bereits umgesetzten Maßnahmen.

Ziele und rechtlicher Rahmen

Das neue Konzept orientiert sich an den Vorgaben des Bundes Klimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes, die eine Netto Treibhausgasneutralität bis 2045 vorsehen. Auf kommunaler Ebene wird damit das frühere Ziel aus dem Jahr 2019 weiterentwickelt, das eine klimaneutrale Ausrichtung der städtischen Unternehmung bis etwa 2040 anstrebte. Die Stadtverwaltung betont, dass vermeidbare Emissionen reduziert, der Energiebedarf gesenkt und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden müsse.

"Klimaschutz ist eine konkrete Verantwortung im Hier und Jetzt. Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept schaffen wir einen klaren und wissenschaftlich fundierten Fahrplan für Hanau. Er ist ambitioniert und zugleich realistisch in Bezug auf unsere kommunalen Möglichkeiten", heißt es aus dem Büro von Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Inhalte des Konzepts und geplante Maßnahmen

Die Fortschreibung stützt sich auf das erste Hanauer Klimaschutzkonzept von 2013 und berücksichtigt seither erzielte Fortschritte. Genannte Maßnahmen reichen von Beratungsangeboten über den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien auf städtischen Liegenschaften bis zur dauerhaften Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Verwaltung. Grundlage ist eine detaillierte Treibhausgasbilanzierung, die Einsparpotenziale und Ausbauoptionen ausweist.

In einem gesamtstädtischen Beteiligungsprozess wurden nach Angaben der Stadt in fünf zentralen Handlungsfeldern insgesamt 50 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Das Konzept stellt zwei Szenarien gegenüber: ein Szenario mit Fortführung des bisherigen Kurses und ein Zielszenario. Ein vorgesehener Monitoringmechanismus soll die Umsetzung regelmäßig prüfen und transparent machen. Das Konzept ist ausdrücklich als dynamischer Prozess formuliert, der fortgeschrieben werden soll.

Umsetzung, Kontrolle und Finanzierung

Die Umsetzung der Maßnahmen ist laut Rathaus an die Mittelbereitstellung und künftige Haushaltsbeschlüsse gebunden. Der Magistrat ist beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen. In der jüngsten Sitzung hat der Magistrat dem Konzept zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung wird das Konzept in ihrer öffentlichen Sitzung am Montag, 9. Februar, ab 17 Uhr beraten.

"Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe, die nahezu alle Bereiche betrifft, von Bildung über Energie und Mobilität bis zur Wirtschaftsförderung. Als Magistrat und Verwaltung nehmen wir dabei bewusst eine Vorbildfunktion ein", erklärte Kaminsky zur Einordnung der planerischen Zielsetzungen.

Welche Effekte das Konzept konkret auf Emissionsminderung, Investitionsbedarf und Zeitplan haben wird, hängt von den folgenden politischen Beschlüssen und der Finanzierung ab. Die Stadt beschreibt das Konzept als strategische Grundlage für die weitere Ausrichtung der Stadtentwicklung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

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