
Was denken die Menschen im Rhein-Main-Gebiet über ihre Region? Welche Städte bieten die höchste Lebensqualität? Wo stimmt beim Wohnen das Preis-Leistungs-Verhältnis? Und welche Themen beschäftigen die Menschen zwischen Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und dem weiteren Umland? Genau solchen Fragen widmet sich das RM Barometer des Rhein-Main Kurier.
Das RM Barometer ist das neue redaktionelle Umfrage- und Analyseformat des Rhein-Main Kurier. In regelmäßigen Online-Umfragen greifen wir Themen auf, die für das Leben im Rhein-Main-Gebiet eine besondere Rolle spielen.
Dabei geht es nicht nur darum, Stimmen auszuzählen und anschließend einen Gewinner zu präsentieren. Das RM Barometer soll sichtbar machen, wie Leserinnen und Leser über ihre Region denken, welche Unterschiede es zwischen Städten gibt und wo sich möglicherweise Entwicklungen abzeichnen, über die es sich genauer zu sprechen lohnt.
Die Ergebnisse werden deshalb journalistisch eingeordnet, mit zusätzlichen Informationen ergänzt und zum Ausgangspunkt für weitere Analysen gemacht.
Was bedeutet RM Barometer?
Das Kürzel RM steht für Rhein-Main.
Der Begriff Barometer beschreibt den Anspruch des Formats: Das RM Barometer soll regelmäßig ein Stimmungsbild zu Fragen liefern, die Menschen in der Region unmittelbar betreffen.
Das können große Themen wie Wohnen, Verkehr oder Lebensqualität sein. Ebenso denkbar sind Fragen zu Innenstädten, Freizeitangeboten, öffentlichem Nahverkehr, regionaler Identität, Sicherheit, Kultur oder der Entwicklung einzelner Städte und Gemeinden.
Das Rhein-Main-Gebiet eignet sich für solche Vergleiche besonders gut.
Frankfurt ist zwar das wirtschaftliche Zentrum der Region, doch das tägliche Leben verteilt sich auf zahlreiche Städte und Landkreise. Mainz und Wiesbaden liegen sich am Rhein praktisch gegenüber. Darmstadt bildet im Süden ein eigenes wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum. Offenbach grenzt unmittelbar an Frankfurt. Städte wie Hanau, Rüsselsheim, Bad Homburg oder Hofheim sind eng mit dem regionalen Arbeitsmarkt und Verkehrsnetz verbunden.
Viele Menschen wohnen in einer Stadt, arbeiten in einer anderen und verbringen ihre Freizeit wieder an einem anderen Ort.
Das RM Barometer versucht deshalb, das Rhein-Main-Gebiet nicht nur entlang von Verwaltungsgrenzen zu betrachten, sondern als zusammenhängenden Lebensraum.
Warum führt der Rhein-Main Kurier Leserumfragen durch?
Klassische Nachrichten beantworten vor allem die Frage: Was ist passiert?
Bei vielen regionalen Themen ist aber mindestens genauso interessant: Wie wird eine Entwicklung von den Menschen wahrgenommen?
Eine Statistik kann beispielsweise zeigen, wie hoch Mieten in einer Stadt sind. Sie beantwortet aber nicht automatisch die Frage, ob Menschen das Wohnen dort im Verhältnis zu Lebensqualität, Infrastruktur und Verkehrsanbindung trotzdem als attraktiv empfinden.
Fahrgastzahlen können dokumentieren, wie häufig Busse und Bahnen genutzt werden. Sie verraten jedoch nur begrenzt, wie zufrieden die Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr sind.
Genau hier setzt das RM Barometer an.
Die Leserumfragen sollen vorhandene Daten und klassische Berichterstattung um eine zusätzliche Perspektive ergänzen: die persönliche Einschätzung der Menschen, die in der Region leben, arbeiten oder sich regelmäßig dort aufhalten.
Dabei können auch Unterschiede sichtbar werden, die in allgemeinen Statistiken kaum vorkommen.
Welche Themen behandelt das RM Barometer?
Im Mittelpunkt stehen Fragen, die einen möglichst konkreten Bezug zum Alltag im Rhein-Main-Gebiet haben.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wohnen und Wohnkosten
- Lebensqualität
- Verkehr und Pendeln
- Bus und Bahn
- Stadtentwicklung
- Innenstädte und Einzelhandel
- Freizeit und Kultur
- Natur und Naherholung
- Familienfreundlichkeit
- regionale Infrastruktur
- Zufriedenheit mit dem eigenen Wohnort
- Unterschiede zwischen den Städten der Region
Dabei sollen nicht nur Frankfurt, Mainz und Wiesbaden betrachtet werden.
Zum Rhein-Main-Gebiet gehören unterschiedliche Städte, Gemeinden und Teilregionen mit jeweils eigenen Stärken und Herausforderungen. Deshalb können je nach Fragestellung unter anderem auch Darmstadt, Offenbach, Hanau, Rüsselsheim, Bad Homburg, Hofheim, der Taunus oder weitere Orte der Region eine Rolle spielen.
Nicht jede Umfrage muss dabei zwangsläufig Städte gegeneinander antreten lassen.
Manche Fragen eignen sich besser dafür, Prioritäten sichtbar zu machen: Was sollte sich in einer Innenstadt verändern? Was ist beim Wohnen am wichtigsten? Welche Verkehrsprobleme belasten die Menschen besonders? Was fehlt in der Region?
Das RM Barometer soll deshalb kein reines Städte-Ranking werden, sondern ein möglichst vielseitiges Instrument für regionale Themen.
Wie läuft eine Umfrage ab?
Am Anfang steht eine redaktionell ausgewählte Fragestellung.
Sie sollte einen klaren Bezug zum Rhein-Main-Gebiet haben, verständlich formuliert sein und ein Thema behandeln, zu dem Leserinnen und Leser eine eigene Einschätzung abgeben können.
Anschließend wird die Abstimmung für einen festgelegten Zeitraum online durchgeführt.
Nach Abschluss der Umfrage wertet unsere Redaktion die eingegangenen Antworten aus. Neben dem Gesamtergebnis können dabei, sofern entsprechende Informationen erhoben wurden und genügend Antworten vorliegen, auch Unterschiede zwischen Gruppen oder Teilregionen betrachtet werden.
Entscheidend ist dabei nicht nur, welche Antwort die meisten Stimmen erhält.
Oft sind gerade die Abstände zwischen mehreren Antworten, regionale Unterschiede oder auffällige Verteilungen besonders interessant.
Ein Beispiel: Lebensqualität im Rhein-Main-Gebiet
Wie unterschiedlich die Wahrnehmung innerhalb der Region ausfallen kann, zeigte das RM Barometer zur Lebensqualität im August 2026.
Vom 10. bis 16. August 2026 nahmen 1.087 Leserinnen und Leser an der offenen Online-Umfrage teil.
Gefragt wurde, in welcher Stadt des Rhein-Main-Gebiets es sich aus Sicht der Teilnehmer am besten lebt.
Frankfurt am Main erreichte mit 19,7 Prozent und 214 Stimmen den ersten Platz. Dahinter folgten Mainz mit 15,7 Prozent beziehungsweise 171 Stimmen und Wiesbaden mit 14,4 Prozent beziehungsweise 156 Stimmen. Darmstadt kam mit 12,1 Prozent auf Platz vier.
Das Bemerkenswerte war weniger, dass Frankfurt gewann.
Interessanter war, wie verteilt das Ergebnis ausfiel. Nicht einmal jeder fünfte Teilnehmer entschied sich für die größte Stadt der Region. Zwischen Frankfurt auf Platz eins und Wiesbaden auf Platz drei lagen lediglich 5,3 Prozentpunkte.
Das Beispiel zeigt, was das RM Barometer leisten soll: Ein Ergebnis ist zunächst nur der Ausgangspunkt. Erst die genauere Betrachtung macht daraus eine Geschichte über die Region.
Ist das RM Barometer repräsentativ?
Nein.
Dieser Punkt ist wichtig.
Die Abstimmungen des RM Barometers sind offene Online-Umfragen unter Leserinnen und Lesern des Rhein-Main Kurier. Die Teilnahme erfolgt freiwillig.
Damit handelt es sich nicht um repräsentative Bevölkerungsumfragen nach wissenschaftlichen Standards.
Für eine repräsentative Untersuchung müsste unter anderem sichergestellt werden, dass die befragten Personen die Bevölkerung der untersuchten Region nach relevanten Merkmalen ausreichend abbilden. Bei einer offenen Leserumfrage findet eine solche kontrollierte Stichprobenauswahl nicht statt.
Menschen entscheiden selbst, ob sie teilnehmen.
Dadurch können beispielsweise Personen mit besonders starkem Interesse an einem Thema häufiger vertreten sein. Auch die Leserschaft des Rhein-Main Kurier entspricht nicht automatisch exakt der Bevölkerungsstruktur des gesamten Rhein-Main-Gebiets.
Das RM Barometer erhebt deshalb ausdrücklich nicht den Anspruch, die Meinung aller Menschen der Region abzubilden.
Was können die Ergebnisse dann überhaupt aussagen?
Nicht repräsentativ bedeutet nicht bedeutungslos.
Eine offene Leserumfrage kann durchaus interessante Hinweise darauf liefern, welche Argumente, Prioritäten und Wahrnehmungen innerhalb einer Leserschaft vorhanden sind.
Je größer die Beteiligung ist, desto vielfältiger können die eingehenden Perspektiven werden. Trotzdem bleibt das Ergebnis immer ein Stimmungsbild der Menschen, die tatsächlich an der jeweiligen Abstimmung teilgenommen haben.
Genau so behandelt die Redaktion die Ergebnisse.
Aus einer Abstimmung, bei der beispielsweise eine Stadt vorne liegt, folgt nicht automatisch die Aussage: „Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet halten diese Stadt für die beste.“
Korrekt wäre vielmehr: „Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser RM-Barometer-Umfrage erhielt diese Stadt die meisten Stimmen.“
Dieser Unterschied mag klein erscheinen. Journalistisch ist er entscheidend.
Mehr als die Veröffentlichung eines Ergebnisses
Das RM Barometer endet deshalb nicht zwangsläufig am letzten Tag einer Abstimmung.
Interessante Ergebnisse können zum Ausgangspunkt weiterer Beiträge werden.
Warum schneidet eine Stadt besonders gut ab? Welche objektiven Zahlen passen zu der Wahrnehmung der Teilnehmer und welche widersprechen ihr vielleicht? Welche Unterschiede gibt es zwischen Wohnen, Verkehr, Freizeit und Lebensqualität? Hat sich die Stimmung bei einem Thema im Laufe der Zeit verändert?
Je mehr Umfragen hinzukommen, desto interessanter werden außerdem Vergleiche zwischen den einzelnen Ausgaben.
Eine Stadt kann beispielsweise bei der Lebensqualität gut abschneiden, gleichzeitig aber bei Wohnkosten oder Verkehr deutlich kritischer gesehen werden.
Genau solche Zusammenhänge sollen künftig stärker sichtbar gemacht werden.
Ein Barometer für eine Region ohne klare Grenzen
Eine zusätzliche Herausforderung liegt im Begriff Rhein-Main selbst.
Das Rhein-Main-Gebiet ist im Alltag eine eng verflochtene Region, besitzt aber keine für jede Fragestellung identische Abgrenzung.
Wirtschaftliche Verflechtungen, Pendlerbewegungen, Verkehrsnetze und persönliche Lebensräume enden nicht automatisch an Kreis- oder Landesgrenzen. Besonders sichtbar wird das zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern.
Deshalb orientiert sich das RM Barometer nicht starr an einer einzigen administrativen Definition der Region.
Welche Städte und Gemeinden berücksichtigt werden, hängt auch von der jeweiligen Fragestellung ab.
Für eine Untersuchung über Pendelwege können andere Orte relevant sein als bei einer Frage zu Innenstädten oder Freizeitangeboten.
Der regionale Zusammenhang steht im Vordergrund.
Das RM Barometer soll mit der Region wachsen
Das RM Barometer ist als fortlaufendes Format angelegt.
Mit jeder neuen Umfrage entsteht nicht nur ein einzelnes Ergebnis, sondern ein weiterer Baustein für ein genaueres Bild des Rhein-Main-Gebiets aus Sicht unserer Leserinnen und Leser.
Dabei möchten wir auch Themen aufgreifen, die nicht zwangsläufig jeden Tag die Nachrichten bestimmen, im Alltag aber dennoch eine große Rolle spielen.
Wo lebt es sich gut? Wo wird Wohnen zu teuer? Welche Innenstadt entwickelt sich positiv? Was funktioniert im öffentlichen Nahverkehr und was nicht? Welche Orte werden unterschätzt? Wo fehlt etwas?
Solche Fragen haben selten eine einzige objektiv richtige Antwort.
Gerade deshalb lohnt es sich, sie zu stellen.
Das RM Barometer ist die regelmäßige Leserumfrage des Rhein-Main Kurier zu Themen, die das Leben im Rhein-Main-Gebiet prägen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Sie sollen Stimmen sichtbar machen, Diskussionen anstoßen und gemeinsam mit Daten, Fakten und journalistischer Einordnung ein genaueres Bild davon zeichnen, was die Region bewegt.

